Montag, 27. März 2017

Kinderkleid aus Herren-Hemden


Ende des letzten Jahres fand ich es eine tolle Idee, für das kleine Kind ein Kleid aus zwei abgelegten Herrenhemden zu nähen. Um das Kind, das sich extra ein neues Kleid gewünscht hatte, gütig zu stimmen, applizierte ich vorn den Druck eines langsam nicht mehr tragbaren Lieblings-T-Shirts. Einen Schnitt gab es nicht, über Pinterest hatte ich eine Anleitung gefunden, wo die Schnittteile aus ein paar Maßen direkt auf den Stoff gezeichnet wurden. Leider scheint es den Blog mit der Anleitung nicht mehr zu geben, sonst hätte ich ihn verlinkt.


Drei Monate lang hat sie es verschmäht, heute hat sie es zum ersten Mal getragen. Verstehe einer dieses Kind. Da hab ich hat sie nochmal Glück gehabt, ich wollte schon schwören, nie wieder etwas für sie zu nähen.

Es war wieder mal nicht leicht, ordentliche Bilder zu bekommen.

Mittwoch, 8. März 2017

MeMadeMittwoch Nr. 68 - im Bielefeld-Rüschenkleid

Bei der Annäherung im Januar zog ich einen blau-lila, leicht schimmernden Stoff vom Tauschtisch und wickelte mich darin ein. Und überlegte. Ich wollte ja eigentlich gar keinen Stoff mitnehmen.


Außerdem hatte ich die Burda 1/2017 als Lektüre für die Bahnfahrt dabei. Kleid 112 daraus fand ich irgendwie toll, war mir aber nicht sicher, ob das so richtig meins wäre.

Aber jetzt hatte ich diesen Stoff in der Hand und überlegte weiter. Letzte Überzeugungsarbeit leistete Luzie. Von ihr war der Stoff und sie kann außerdem wunderbar beraten. Meinem cleanen, kurzhaarigen Erscheinungsbild könne ich ruhig ein paar Rüschen entgegensetzen. Eigentlich sind es ja Volants, aber ich finde "Volant-Kleid" klingt so ein bisschen hochnäsig. Also schnitt ich, nachdem ich meine 1,5 anderen Projekte beendet hatte, auf dem Jugendherbergsfußboden zu und nähte so schnell ich konnte, denn ich wusste, wenn ich erstmal wieder zu Hause bin, geht es nicht weiter. So war es dann auch. Ich war fast fertig, es fehlten nur die Belege und Säume, aber ich konnte schon erkennen, das wird toll! Nach einigen Wochen habe ich es endlich beenden können und tadaa, da ist es. Und ich mag es sehr!
Die Schuhe trug ich nur auf dem Weg zur Arbeit (holpriges Altstadt-Kopfsteinpflaster)! Wie kann man sich eigentlich selbst von hinten fotografieren, ohne das Kleid in Falten zu legen?

Der Stoff fällt schon fast etwas zu schwer für den Schnitt, aber ich finde, das geht gerade noch so. Die Rüschen wollte ich zuerst rollsäumen, aber das wurde ganz steif, so als hätte ich einen Draht mit eingenäht. Also habe ich mit einer schmalen Overlocknaht versäubert. Man sollte auf jeden Fall keinen Stoff verwenden, bei dem man die Rüschen nach jeder Wäsche bügeln muss, ich glaube, da wird man wahnsinnig.


Die Ärmel sind zum Saum hin ausgestellt, das mag ich eigentlich gar nicht und wollte sie gerade machen. Zum Glück habe ich das vorher getestet. Dabei litten sowohl Bewegungsfreiheit als auch Eleganz und ich ich beschloss, die ausgestellte Form zu lassen.


Vielen Dank an Luzie für Stoff und Beratung! Solche spontanen, ungeplanten Aktionen sind manchmal die besten. Übrigens, wenn ich von oben gucke, sehe ich das:


Da muss ich dann ganz schnell in den Spiegel gucken um mir nochmal zu bestätigen, dass das nur eine Frage der Perspektive ist :-)
Ich kann mir das Kleid übrigens auch sehr gut ohne die Rüschen vorstellen, also nur mit den Y-förmigen Teilungsnähten.

So und nun ab zum MeMadeMittwoch, heute zum Weltfrauentag mit Nina in einem tollen Kleid (ich bin besonders neidisch auf den Stoff) und mit Pussy Hat.

Montag, 27. Februar 2017

Faschingskostüme 2017

Während anderswo schon Schluss ist mit dem Verkleiden, geht es hier erst los. Hier in Faschingsmuffelhausen verkleiden sich nur die Kinder und das auch nur am Faschingsdienstag.

Dieses Foto zeigt ganz gut, was wir hier in diesem Jahr für ein Kontrastprogramm fahren:


Das kleine Kind hat sich erstmalig selbst ein Kostüm ausgesucht. Ballerina. Das war einfach, denn das fertige Kostüm war günstiger, als wenn ich Stoff gekauft hätte. Ich habe lediglich ein paar Federn á la Schwanensee an ein vorhandenes Haarband genäht, denn die Haare hinten zum Knoten, das klappt leider (bzw. gottseidank) nicht. Und weil so ganz weiß für so einen Zwerg auch irgendwie langweilig ist, gab's noch ein wenig Bemalung ins Gesicht. Übrigens hat sie noch ein beiges (ich erklär ihr immer: hautfarbenes) Oberteil zum drunter ziehen, aber das durfte nicht mit auf die Fotos. Leider haben wir die Gymnastik-Schuhe noch nicht wieder gefunden :-(

Die Große wollte unbedingt als Steinzeitmensch gehen. Für das Kleid aus ganz dünnem Sweat-Stoff habe ich ein einen einfachen Raglan-Shirt-Schnitt verlängert und ganz leicht ausgestellt. Die Fellweste habe ich direkt aus dem Stoff ausgeschnitten: 3 Rechtecke und dann leicht angedeutete Hals- und Armausschnitte. Alle offenen Kanten sind nur mit der Overlock versäubert. Das wichtigste war aber das Verstrubbeln und Braun-Ansprühen der Haare. Ich finde es toll, dass es ihr nicht wichtig ist, perfekt oder chic oder hübsch auszusehen. Es kann ja auch nicht in jeder eine Prinzessin (oder eben eine Ballerina) stecken ;-)

Mittwoch, 1. Februar 2017

MeMadeMittwoch Nr. 67 in Esme

Das große Kind hat zum Geburtstag eine Kamera bekommen ...

Vielen Dank für Eure Kommentare von letztem Mittwoch! Ich konnte bisher gar nicht reagieren, denn ich war krank. Gar nicht so schlecht, dass ich den Beitrag schon am Dienstag vorbereitet hatte, denn ab Mittwoch ging hier gar nichts mehr. So platt war ich noch nie! Heute bin ich immer noch zu Hause, ab morgen hat mich der Alltag dann wieder.

... und hat mich quasi ...

Passend zum Wetter und zum Wohlbefinden kann ich euch heute meinen Esme-Cardigan zeigen. Ich bin ja, was so Schnittmuster-Wellen angeht, immer irgendwie außen vor. Esme war vor über einem Jahr eine derartige Welle. Als ich ein paar Tage vor der Annäherung erfuhr, dass ein Platz frei geworden war, wußte ich vor Schreck gar nicht, was ich nähen sollte. Der grau-pinke Strickstoff vom Maybachufer lag seit der Nähnerd-Klassenfahrt im November hier. Und ein Strickmantel sollte nicht so schwer zuzuschneiden sein. Denn das musste ich in dem ganzen Trubel des Umorganisierens ja auch noch.

... durch das Schneegestöber hindurch fotografiert :-)

Esme hat mich nicht enttäuscht! Einfach zuzuschneiden, zu nähen und passt durch die überschnittenen Schultern sowieso. Die Farben passen auch zu ganz vielem in meinem Kleiderschrank. Leider kratzt der Stoff ein wenig. Aber so zum über-alles-drüber-werfen ist die Jacke super und hält schön warm.


Ich habe die Taschen, so wie von Sylvia vorgemacht, an das obere Vorderteil drangeschnitten und den anderen Taschenteil aus einem Rest Futter zugeschnitten. Kann ich nur empfehlen, besonders bei so dickem Stoff.

Ich verlinke zum MeMadeMittwoch, wo Karin heute zum letzten Mal als Teammitglied schreibt. Vielen Dank, liebe Karin, für Deine Arbeit im Rahmen des MMM. Mir wird immer klarer, was für ein Mordsaufwand dahinter stecken muss!

Mittwoch, 25. Januar 2017

MeMadeMittwoch Nr. 66 im Rollkragenkleid

Mein Versuch, das letzte Licht einzufangen.
Heute trage ich Modell 113 aus der Burda 9/2016. Es sollte ein Herbstkleid werden. Im August habe ich es zugeschnitten und auf der AnNäherung im Januar endlich beendet. Eigentlich war es schon fertig, aber der Rollkragen war viel zu hoch und verursachte einen Giraffenhals. Einfach nach unten schieben oder umschlagen ging nicht, denn hinten ist ein Reissverschluss. In Bielefeld hatte ich endlich die Muse und die Zeit, diesen wieder rauszutrennen und nach Kürzung des Kragens um 3 cm wieder einzunähen.

Nachdem ich das sah, hab ich gleich ein Unterkleid druntergezogen;-)

Das waren nicht die einzigen Änderungen. Die Ärmel habe ich stark verschmälert und gekürzt (ansonsten Nachthemdverdacht!) und die Brustabnäher (nachträglich) verlegt. Mein Jersey ist zwar dünn, aber relativ stabil und nicht sehr elastisch. Wenn ich mir das Modell im Heft anschaue, wirkt es sehr viel fließender. Deshalb funktionieren dort wahrscheinlich die Ärmel besser. Allerdings kann ich es mir gar nicht gut vorstellen, so ein Modell mit Abnähern, Teilungsnähten und Reissverschluss, aus einem Flutsch-Stoff zu nähen. Mit diesem Stoff ist es aber eine gute Kombi und ich finde, es ist ein solides Alltagskleid daraus geworden.


Für die aktuellen Minusgrade brauche ich noch ein Jäckchen drüber, das habe ich aber vergessen, zu fotografieren. Ohne gefällt es mir auch besser. Als nächstes will ich versuchen, kleine Gürtelschlaufen anzubringen, denn mit einem kleinen Gürtelchen kann ich mir das Kleid auch gut vorstellen.

Hier kann man das Muster besser erkennen. Der Stoff ist irgendwie grau-mint.

Verlinkt beim MeMadeMittwoch, heute mit Dodo in Waxprint-Rock und Strickjäckchen.

Freitag, 13. Januar 2017

Rückblick 2016

Mir war schon klar, dass ich im letzten Jahr nicht soviel genäht habe, wie in den Jahren davor, besonders nicht für mich. Aber dass es soo wenig war, das hätte ich nicht gedacht. Für mich sind genau ein Kleid, eine kurze Hose und 3 Oberteile entstanden:


Das sind alles Teile, die ich sehr gern trage. Alle absichtlich etwas lässiger und passend zu meinem alten Job. Im neuen Job muss ich sie extrem auf Business stylen oder eben freitags tragen. Ich habe aktuell einen hohen Bedarf an Büro-Mode und würde gern mehr davon nähen. Meine Pläne für 2017 gehen also in diese Richtung. Klar ist aber auch, dass ich nicht plötzlich mehr Zeit zum Nähen haben werde. Ich werde also weiterhin abwarten und schauen müssen, ob sich irgendwann eine Gelegenheit zum Nähen findet. Ganz kurzfristig gibt es so eine Gelegenheit an diesem Wochenende. Ich bin zwar völlig unvorbereitet, freue mich aber schon riesig! Auch im März werde ich zum Nähen wegfahren, 2017 scheint toll zu werden!

Für die Kinder ist mehr entstanden. Leider hatte ich das Problem, dass irgendwie alle unsere Fotos von den ersten 3 Monaten 2016 von der Festplatte verschwunden sind, nicht nur die Klamottenfotos :-(

Gottseidank sind sie ja im Blog, ich brauchte nur etwas länger, um alles zusammenzusuchen:



So, jetzt muss ich schnell weg, sonst fährt der Zug ohne mich!

Dienstag, 27. Dezember 2016

Schnelle Fledermäuse

Ich habe doch keine Zeit :-P
In den letzten Wochen und Monaten kam ich weder zum Nähen noch zum Bloggen. Da aber natürlich trotzdem ab und zu was entstand, nur gerade nicht für mich, möchte ich die Sachen gern noch verbloggen. Denn mein Blog ist, wie für viele andere auch, für mich so eine Art Ablage zum Dokumentieren, Sortieren, Erinnern.

Am meisten haben mich in diesem Jahr fünf Kostüme blockiert, die ich für den Kinder- und Jugendzirkus genäht habe, in dem meine Tochter trainiert. Ich habe drei Meerjungfrauen genäht (für eine Kautschuk-Nummer) und je einmal Goldmarie und Pechmarie (Trapez). Leider sind die Lichtverhältnisse beim alljährlichen großen Weihnachtszirkus immer so schlecht, dass ich hier wirklich gar keine Fotos zeigen kann. Egal, ich bin einfach nur froh, dass ich es geschafft habe. Ich weiß, dass es viele gibt, die sagen, warum machst du sowas, bloß nicht für andere nähen. usw. Ich sage: Doch! Unbedingt! Weil ich diesen Zirkus einfach nur toll finde! Weil alles was dort geschieht, nur geschieht, weil sich die Kinder und Jugendlichen dafür einsetzen, einfach machen. Die Großen kümmern sich um die Kleinen, behinderte Kinder werden ganz selbverständlich integriert, Ferientrainingslager organisiert, usw. Und das allerbeste ist, jeder kann dort mitmachen, völlig egal ob groß oder klein, dick oder dünn, talentiert oder eben weniger. Die einzige Voraussetzung ist, dass man mitmachen möchte. Und da helfe ich wirklich gern. Nee, ich bin sogar froh, dass ich die Kinder unterstützen kann. So!



Ende Oktober haben wir meinen Geburtstag nachgefeiert und weil die Kinder schon immer mal richtig Halloween feiern wollten, war mein Vierzigster also eine Halloween-Party. Nun ja, es gibt Schlimmeres! Die Große wollte eine Fledermaus sein und die Kleine - na ratet mal! Da ich noch mit den Zirkuskostümen (s.o.) beschäftigt war, habe ich mich für ganz schnelle Kostüme nach dieser Anleitung entschieden. Damit es noch einfacher wird, habe ich schwarzen Badeanzug-Stoff verwendet, nicht super-billig, aber da brauchte ich mir keine Gedanken um offene Kanten machen. Und die Fledermäuse sind elastisch genug, um vielleicht noch ein Jahr länger mitzuwachsen. Auch die Ohren gingen mit Filz und Haarreifen ganz schnell. Die Kleine rannte die ganze Zeit mit den Worten "flieg, flieg" oder "flatter, flatter" durch die Gegend. Mein Kostüm war einfach mal gekauft.

Genießt die verbleibende Zeit zum Jahreswechsel! Das ist für mich die Zeit, wo ich endlich entspannen kann und die Augenringe langsam etwas dezenter werden:-)

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